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                                                                                                Skandinavien Rail

Bahnreise von der Ferienwohnung an der Ostsee nach Skandinavien

Endlich raus aus Deutschland! Ich kann nicht sagen, ob es Erleichterung, Freude oder die Erwartung kommender Erfahrungen war, die mich überkam, als ich die Grenze überquerte. Wahrscheinlich eine Mischung von alledem. Ich habe die letzten Tage mit meinen Eltern in unserer gemeinsamen Ferienwohnung an der Ostsee (Ferienwohnung Ostsee) verbracht. Den Plan, in einem Hotel auf Rügen (Rügen Hotel) zu residieren, hatten wir schnell beiseite gewischt. Meine Mutter fing beinahe an zu heulen, als ich mich am Bahnhof von ihr verabschiedete. Vielleicht konnte sie nicht anders. Immerhin war ihr einziges Kind dabei, sich abzunabeln. Mein Vater schien vor allem stolz zu sein. Wie um meinen Beschluss auch in aller letzter Instanz zu bekräftigen, war das Wetter schrecklich. Na dann ...

Nun sitze ich hier im Zug und bin bester Dinge. Nach Skandinavien wollte ich schon immer einmal. Das weiß ich schon seit unserem ersten Schweden Urlaub. Damals war ich elf. Nun werde ich wieder dorthin kommen. Aber diesmal nicht bloß für zwei Wochen. Ein ganzes Jahr lang werde ich dort bleiben. Hoffentlich geht die Zeit nicht zu schnell rum. Und wenn doch, dann ist das wohl auch eher ein gutes Zeichen.

Bahnreise

Bevor mein Praktikum am Swedish National Testing and Research Institute losgeht, sind noch drei Wochen Zeit. Zeit, in der ich so viel erkunden möchte, wie nur irgend möglich ist. Auf jeden Fall werde ich mit der “Inlandsbana“ den Trip durchs schwedische Lappland machen. Diese Zugfahrt erstreckt sich über mehr als 1.000 Kilometer Wald, Seen und wilde Natur. Deswegen nennt man diese Bahn auch “Schwedens transsibirische Eisenbahn“. Darauf freue ich mich ganz besonders! Nicht nur, dass ich gerne Zug fahre: Ich werde auch noch in den Genuss der wilden skandinavischen Landschaft kommen. Und die ist ja immerhin einer der Hauptgründe, der mich nach Schweden lockt.

Ich freue mich auch auf meinen Onkel und seine (meine) Familie. Er lebt schon seit 27 Jahren in Schweden. Bei ihm haben wir auch immer Urlaub gemacht. Es ist jetzt fast zwei Jahre her, dass ich ihn das letzte Mal sah. Es wird viel zu erzählen geben. Aber dafür ist im kommenden Jahr mehr Zeit als genug.

Ich blicke aus dem Fenster. Es dämmert bereits. Alles zischt an mir und dem Fenster vorüber. Die einzige Konstante in dem wechselnden Panorama ist die Ostsee. Sie wird mich nach Schweden begleiten und mich auch weder in Deutschland erwarten. Dieser Gedanke hat etwas Tröstliches. Womit ich nicht sagen will, dass ich schon wieder Heimweh verspüre. Im Gegenteil ...

Mir gegenüber sitzt ein Mann, vermutlich Däne, im Anzug. Er war erst beim letzten Bahnhof zugestiegen. Nachdem er etwa fünf Minuten scheinbar unkoordiniert durch eine “Financial Times“ geblättert hat, hat er sich nun zurückgelehnt und die Augen geschlossen. Ab und zu blinzelt er kurz, wirft einen raschen Blick auf die Uhr und schließt die Augen wieder. Seinem Verhalten nach erscheint er mir wie jemand, der regelmäßig mit diesem Zug fährt. Beruflich wahrscheinlich. Sein Alter mag irgendwo zwischen Mitte zwanzig und Anfang dreißig zu liegen. Schwer zu sagen. Ich wundere mich kurz im Stillen darüber, dass er nicht wie ich aus dem Fenster schaut und sich vom Anblick berieseln lässt. Mag sein, dass er nach einem harten Arbeitstag müde ist. Aber so oft, wie er auf die Uhr schaut, scheint schlafen sowieso nicht infrage zu kommen.

Vielleicht ist genau das der Punkt. Sehend durch die Welt zu gehen und sich nicht von der Alltagsroutine knechten zu lassen. Ich bekomme die ganze Fahrt bis nach Stockholm kein Auge zu. Und das will ich auch gar nicht.