Edelstahl-Bahn
Ein
sommerliches Rodel-Vergnügen bieten die so genannten
“Sommerrodelbahnen“. Diese Bahnen aus Edelstahl gibt es
mittlerweile in geschienter und in ungeschienter Form. Die
geschiente Variante erinnert an eine Achterbahn, die
ungeschiente an eine Bob-Strecke.
Ursprünglich wurden sie
Sommerrodelbahnen erfunden, damit Betreiber von Skiliften auch
außerhalb des Winters Geld verdienen konnten. Heute gibt es in
Deutschland mehrere bekannte Sommerrodelbahnen (z. B. an der
Wasserkuppe). Diese Bahnen existieren zum Teil als
eigenständige Besuchermagneten oder als Attraktion in
Freizeitparks.
Die Bedienung ist kinderleicht. Bei der ungeschienten
Sommerrodelbahn sitzt man in einem “Schlitten“ (maximal zu
zweit -> mit Kind), der im Grunde genommen eine halbwegs
komfortable Plastikwanne mit Bremsknüppel darstellt. Man saust
in einer Rinne aus Edelstahl (seltener aus Kunststoff) den Berg
hinunter. Dabei ist man recht zügig unterwegs. Wem es zu
schnell wird, der zieht den Bremshebel und bremst seinen
Schlitten mittels Gummiblock ab. Dieser Block wird auf die
Fahrbahn (bzw. die Rinne) gedrückt und drosselt somit das
Tempo. Um nicht aus den Kurven zu fliegen oder ungewollt
Geschwindigkeit einzubüßen muss man, ähnlich wie beim Bob, das
Gewicht entsprechend der Neigung der Kurve verlagern.
Allerdings musste man sich bei den ungeschienten Bahnen auch
schon sehr waghalsig und ungeschickt anstellen, um von der Bahn
zu fliegen. Die Schlitten sind meist aus Edelstahl und somit
vor Verschleiß gefeit. Meist haben die Schlitten einer
ungeschienten Sommerrodelbahn rollen, da diese auch bei Regen
noch relativ gefahrlos weiterfahren können. Kuffen dürften bei
Regen nicht mehr weiterfahren, da auf der glatten, nassen Bahn
zu viel Bremskraft verloren gehen würde. Eine ungeschiente
Sommerrodelbahn aus Edelstahl ist beispielsweise im
Panorama-Park zu finden.
Die geschienten Sommerrodelbahnen sind etwas sicherer, da die
Schlitten hier im Stile einer Achterbahn auf
Edelstahlrohr
geschient sind. Der Schlitten kann also
unmöglich vom Kurs abkommen. Solche geschienten
Sommerrodelbahnen werden ob ihrer Achterbahn artigen
Struktur auch als Alpine Coaster bezeichnet. Eine solche
Sommerrodelbahn mit Schienenführung findet man
beispielsweise im Eifelpark. Unterschieden werden geschiente
Sommerrodelbahnen mit eingleisiger Führung und mit
mehrgleisiger Führung. Der Vorteil mehrerer Schienen liegt
in der Allwettertauglichkeit. Während geschiente
Sommerrodelbahnen mit nur einer Schiene bei Nässe gezwungen
sind den Betrieb einzustellen, können Bahnen mit mehreren
Schienen selbst bei Schnee gefahrlos weiterfahren. Daher
haben diese Bahnen auch häufig im Winter geöffnet. Bahnen
auf mehreren Schienen werden auf vier Edelstahlrohren
geführt. Zwei dieser Rohre dienen als Schienen für die
Rollen. Die anderen zwei sind den Bremsvorrichtungen
vorbehalten und jeweils mit einer Rohrschelle
befestigt.
Geschiente Sommerrodelbahnen haben den Vorteil größerer
Sicherheit. Allerdings kommt nicht so wirklich ein Gefühl des
Rodelns dabei auf. Da sind die ungeschienten Sommerrodelbahnen
vom Fahrerlebnis her doch näher am winterlichen Schlitten dran.
Die geschienten Bahnen erinnern doch etwas zu stark an
Achterbahnen, als dass sie an einen Schlitten gemahnen. Die
längste Sommerrodelbahn Deutschlands ist übrigens drei
Kilometer lang. Eine Fahrt dauert etwa fünf Minuten. Diese Bahn
ist in der Alpsee Bergwelt zu finden.
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